07.01.13

Jugendamt Mutter sucht Hilfe Jugendamt widersetzt sich Vorführbeschluss



Maria Ferreira da Costa Ribero ist enttäuscht von den Behörden. Obwohl ihr damals Minderjähriger Sohn fortlaufend Straftaten beging, habe sich das Jugendamt nicht ausreichend bemüht, einen Vorführbeschluss zu einer gerichtlich angeordneten psychiatrischen Untersuchung umzusetzen. 

Inzwischen ist ihr Sohn volljährig und seit August abgetaucht.

Am 26. September 2011 wandte sich die Mutter hilfesuchend ans Familiengericht. Das Strafregister ihres Sohns war da schon ziemlich lang: Schwarzfahren, Diebstahl, unerlaubter Betäubungsmittelbesitz, Nötigung. Er nehme Drogen, gehe nicht zur Schule, übernachte nicht zu Hause – und alle Gespräche und Ermahnungen seien erfolglos gewesen. Tatsächlich ordnete das Familiengericht eine Untersuchung durch eine Kinder- und Jugendpsychiaterin an – notfalls mit Hilfe einer zwangsweisen Vorführung durch das Jugendamt. 

Doch von dort sind keine spürbaren Aktivitäten zu verzeichnen. Erst mit Datum vom 23. Februar reagiert der städtische Sozialdienst mit der Mitteilung, „eine Vorführung derzeit nicht weiter zu verfolgen“. Bei einem Gespräch mit dem Jugendlichen sei der Mitarbeiter zu der Einschätzung gekommen, dass keine akute Gefährdung aufgrund einer Suchterkrankung erkennbar sei. Der Junge habe angegeben, dass eine Untersuchung nicht nötig sei.
Zwar gibt das Jugendamt dem Drängen der Mutter und ihrer Anwältin schließlich nach und versucht, im Mai einen Untersuchungstermin anzugehen. Doch wird auch dieser nicht wahrgenommen. Am 23. Mai wird der Sohn 18 Jahre alt.
Die Mutter indes legt Dienstaufsichtsbeschwerde ein. 

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) weist diese in einem Brief vom 24. Juli zurück: Der Vorwurf, der zuständige Sachbearbeiter habe keine Schritte zur Umsetzung des Gerichtsbeschlusses unternommen, sei nicht richtig. Auch auf Nachfrage bleibt die Stadt bei ihrer Einschätzung. 

Aber wurde einem Jugendlichen nicht längere Zeit Hilfe verwehrt, die Unheil von ihm und anderen hätte abwenden können? 
Antwort: „Nein.“
Bei Maria Ferreira da Costa Ribero landen derweil weiterhin Briefe wegen Strafsachen gegen ihren Sohn. 
Gesehen oder gesprochen hat sie ihn seit Monaten nicht mehr. (aw.)

http://www.fr-online.de/darmstadt/jugendamt-mutter-sucht-hilfe,1472858,21155890.html 

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